Eignungsdiagnostik: DIN 33430 bald ISO?

Personalauswahl, Stellenbesetzung und Beurteilung beruflicher Eignung sollen weltweit professionalisiert werden.

Die richtige Passung zwischen den Jobs im Unternehmen und den Fähigkeiten und Potenzialen der eingestellten Mitarbeiter hat erhebliche Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg. Deshalb trat im Jahr 2002 die DIN 33430 in Kraft. Die sogenannten gesellschaftlich relevanten Kräfte hatten sich zuvor - unter anderem auf Initiative des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) - jahrelang beraten. Doch die Wirtschaft, so musste man in der Folge feststellen, nahm die freiwillige Norm kaum an. Zu sehr überwog offenbar die Skepsis, die unternehmerische Freiheit, einzustellen, wen man wolle, könne leiden. Oder man wähnte schlicht neuen, überflüssigen Bürokratismus.

Der BDP und weitere Akteure der Personalerbranche waren in ihrem Bemühen, den Nutzen der Norm für die Unternehmen klar zu machen, bislang offensichtlich wenig erfolgreich gewesen. Weltweit sind etwa 90 Prozent Nicht-Psychologen in der Beurteilung der Eignung von Kandidaten tätig, resümiert der BDP selbst und reklamiert trotz allem die Psychologie als Leitwissenschaft. Allerdings schreibt die DIN 33430 nicht zwangläufig ein Psychologie-Diplom oder Ähnliches für die Personalauswahl vor, sondern lediglich - neben der Güte von Verfahren und einem professionell gelenktem Prozess der Durchführung der Eignungsbeurteilung - die fachliche Expertise der Praktiker.

Nun erfolgt ein neuer Anlauf auf internationaler Ebene, die Beurteilung beruflicher Eignung zu professionalisieren. Der deutschen DIN ist die Europäische (EN), und dieser die Internationale Norm (ISO) übergeordnet. Die Auftaktsitzung der International Organization for Standardization (ISO) mit Experten aus zwölf europäischen und außereuropäischen Staaten im März in Berlin verlief in einer konstruktiven Atmosphäre, so wird berichtet. Sogar die ursprünglich sehr skeptischen Amerikaner sehen in dem ISO-Projekt zur beruflichen Eignungsdiagnostik nun offenbar Chancen. Die Arbeit an der internationalen Norm wird voraussichtlich vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Deutsche Mitglieder im ISO-Projekt sind der als DIN-Obmann nominierte Professor Dr. Lutz Hornke, Prof. Dr. Günter Schmitt (DIN-Ausschuss) und Hans-Peter Dogge (BDP). (tw)

Weitere Informationen:
http://www.iso.org