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Diversity: Vielfalt in der Belegschaft nutzen

05.12.2007

Letztes Jahr um diese Zeit haben die Unternehmen DaimlerChrysler, Deutsche Bank, Deutsche BP und Deutsche Telekom im Berliner Bundeskanzleramt die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet. Die Jahresbilanz vom Kölner Diversity-Experten Michael Stuber liest sich allerdings "durchwachsen".

Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übernahm sogar die Schirmherrschaft der Initiative der Unternehmen. Die Initiative sei ein wichtiger Beitrag zu einer Kultur der Vielfalt und des Zusammenhalts unserer Gesellschaft auf der Basis wechselseitiger Akzeptanz und gegenseitigen Vertrauens, so die Bundeskanzlerin. „Ich wünsche ihr im ‚Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle’ viele weitere Unterzeichner."

Basis zur Gründung der Initiative war die Erkenntnis, dass Unternehmen nur dann wirtschaftlich erfolgreich sein können, wenn sie die vorhandene Vielfalt in der Unternehmenskultur und Beschäftigtenstruktur erkennen und nutzen. Insbesondere die angemessene Einbeziehung von Migrantinnen und Migranten bei der betrieblichen Einstellungs- und Personalpolitik hatte man - neben den allgemeinen Aspekten Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, auch Behinderung, Alter und sexuelle Orientierung - im Blick: Die beteiligten Unternehmen verpflichten sich im Rahmen der Charta dazu,

  • eine Unternehmenskultur zu pflegen, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung jedes Einzelnen geprägt ist und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Vorgesetzte wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Werte erkennen, teilen und leben. Ihren Führungskräften kommt dabei eine besondere Verpflichtung zu.
  • ihre Personalprozesse zu überprüfen und sicherzustellen, dass diese den vielfältigen Fähigkeiten und Talenten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihrem Leistungsanspruch gerecht werden.
  • die Vielfalt der Gesellschaft innerhalb und außerhalb ihres Unternehmens anzuerkennen, die darin liegenden Potenziale wertzuschätzen und für das Unternehmen gewinnbringend einzusetzen.
  • die Umsetzung der Charta zum Thema des internen und externen Dialogs zu machen. über die Aktivitäten und die Fortschritte bei der zur Förderung der Vielfalt und Wertschätzung in ihrem Unternehmen jährlich öffentlich Auskunft zu geben.
  • ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Diversity zu informieren und sie bei der Umsetzung der Charta einzubeziehen.

Michael Stubers „Ungleich Besser Diversity Consulting“ legt nun die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung dieser Initiative der Wirtschaft vor. Im Fokus der Erhebung steht die Analyse der Unternehmens-Websites sowie eine Befragung der Unterzeichner zu Zielsetzung, Erwartungen und Aktivitäten in Verbindung mit der Charta. Dabei wurden die Websites von 73 Organisationen untersucht, die bis September die Diversity Charta unterzeichnet hatten. Bis zum 24. 9. 2007 hatten rund 100 Organisationen die Charta unterzeichnet – die Websites von Kleinunternehmen wurden nicht ausgewertet. Anschließend wurden 40 Unterzeichner mit hohen Beschäftigtenzahlen gebeten, telefonisch oder schriftlich Fragen zu Motivation, Aktivitäten und Zielsetzungen ihres Charta-Engagements zu beantworten. 27 Unterzeichner nahmen an der Erhebung teil. Dass die öffentliche Erklärung nicht nur PR ist, zeige ihre Umsetzung:

  • Ein Viertel der Befragten führe bereits Schulungen für Führungskräfte oder Mitarbeiter durch, um für Vielfalt zu sensibilisieren und die Zusammenarbeit zu verbessern.
  • Ebenfalls verbreitet seien Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Form von Kindertagesstätten, flexiblen Arbeitszeiten oder Barrierefreiheit.
  • Die Analyse der Internetseiten der Unterzeichner zeige, dass ein großer Teil der Unterzeichner Diversity bereits auf ihren Webseiten kommuniziere.

Dagegen überraschte Stuber die Zahl der Organisationen, die entgegen Punkt 5 der Charta zu keiner öffentlichen – noch nicht einmal im Rahmen der Studie vertraulichen – Auskunft bereit waren. Offensichtlich haben da einige Unternehmen beim Thema doch noch einen etwas längeren Weg vor sich, mag man da mutmaßen. (tw)

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