Cover: Fragetechniken für Coaches für Dummies
Andrea Schlösser

Fragetechniken für Coaches für Dummies

Rezension von Maria Peter

3 Min.

Fragen sind unsere Schlüssel im Coaching-Prozess. Sie öffnen Türen, ermöglichen neue Perspektiven und fördern das Wachstum der Klienten.

„Fragetechniken für Coaches für Dummies“ von Andrea Schlösser ist ein stark praxisorientiertes Fachbuch, das sich an angehende und erfahrene Coaches richtet, die ihre Gesprächsführung und insbesondere ihre Kunst des Fragens gezielt weiterentwickeln möchten. Die Autorin ist selbst Lehrcoach und Supervisorin und bringt ihre langjährige Praxiserfahrung in Aufbau und Beispiele des Buches ein.

Das Taschenbuch ist übersichtlich gestaltet und mit 243 Seiten leicht in der Hand. Es möchte den Lesenden vermitteln, was erfolgreiche Gespräche brauchen, welche verschiedenen Frageformen es gibt und wie gute Fragen zu stellen sind. Hierfür nutzt es neben den Texten Illustrationen, die auf praktische Tipps, kleine Aufgaben und Beispiele aus der Praxis hinweisen. 

Das Buch gliedert sich klar in vier Teile, die in 14 Kapiteln vertieft werden. Zunächst werden Grundlagen guter Gespräche gelegt – Bedeutung von Fragen im Coaching, Beziehungsaufbau, Rolle und Haltung des Coachs – bevor es im zweiten Teil des Buches in die systematische Darstellung verschiedener Frageformen geht. 

Dieser zweite Teil bildet den Schwerpunkt des Buches. Hier erhalten die Lesenden eine ausführliche Übersicht über die verschiedenen Frageformen. Mehr als 15 Fragetechniken werden einzeln aufgeführt, kurz vorgestellt und mit Nutzen und Praxisbeispielen erläutert. Im Anschluss wird der Coaching-Prozess unter die Lupe genommen. Anhand der Fragentreppe führt die Autorin auf, wie all die Fragen in eine produktive Struktur gebracht werden können. 

Im folgenden Teil widmen sich die Lesenden explizit der Übungspraxis, etwa dem Trainieren von Fragen, dem Umgang mit Stockungen im Gespräch und der eigenen Selbstreflexion. Abgerundet wird das Ganze durch einen „Top-Ten“-Teil mit besonders inspirierenden Fragen „out of the box“, die Impulse jenseits der Standards liefern sollen.​

Hilfreich für die Umsetzung ist die Kombination aus theoretischer Einordnung und sofort anwendbaren Formulierungshilfen. Schlösser zeigt nicht nur, welche Frageformen es gibt, sondern auch in welcher Phase des Coaching-Prozesses welche Art von Fragen sinnvoll ist und welche Wirkung sie auf Klientinnen und Klienten haben können. Sie betont zudem immer wieder die innere Haltung des Coachs – etwa den Verzicht auf wertende „Warum“-Fragen zugunsten offener, ressourcenorientierter Alternativen – und macht damit deutlich, dass gute Fragetechnik mehr ist als ein Sammelsurium von Frage-Tools. Der Stil bleibt dabei leicht verständlich und im typischen „für Dummies“-Format gut zugänglich, auch für Lesende ohne langjährige Coaching-Erfahrung.​

Wer ein wissenschaftliches oder theoretisches Werk zur systemischen Fragetechnik erwartet, könnte das Buch als eher einführend empfinden. Die klare Struktur und der Fokus auf praktische Tipps bedeuten auch, dass manche Themen nur angerissen werden und nicht in die Tiefe komplexer methodischer Debatten einsteigen. Für sehr erfahrene Coaches mag ein Teil der Inhalte bekannt sein; der Nutzen liegt hier eher in der Reflexion der eigenen Routinen und im Auffrischen bzw. Erweitern des eigenen Fragenrepertoires.​

Fazit: Insgesamt bietet das Buch einen strukturierten, gut verständlichen und praxisnahen Einstieg in die Kunst professioneller Coaching-Fragen. Es eignet sich besonders für Coaches in Ausbildung, für Trainer und Trainerinnen mit Coaching-Anteil sowie für Praktiker und Praktikerinnen, die ihr Fragenrepertoire systematisch ausbauen und ihre Haltung im Gespräch schärfen möchten. Wer ein handfestes Arbeitsbuch mit vielen Anregungen für den unmittelbaren Einsatz in der Praxis sucht, wird hier gut bedient.

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