Der Kompass zum digitalen Mentoring & Coaching

Rezension von Björn Rohde-Liebenau

Wer ein Mentoring-Programm aufbauen, es in die digitale Welt überführen oder die dort gewonnenen Erfahrungen im Bereich Coaching oder Beratung einsetzen möchte, wird in vorliegendem Buch fündig. Die Herausgeber Stephan Pflaum und Markus J. Schwalb stellen digitales Mentoring und Coaching mit der Unterstützung von vier weiteren Autorinnen und Autoren in neun Kapiteln vor. Sie beziehen sich explizit auf ihre Erfahrungen in der Corona- und Home-Office-Zeit sowie auf ihre Expertise aus langjähriger Berufsberatung, u.a. in einem universitären Mentoring-Programm. 

Einführend werden die Grundlagen des Coachings und Mentorings vorgestellt. Im weiteren Verlauf wird dann dem Buchtitel entsprechend auf eine strenge Trennung verzichtet. Den Autoren geht es um die Praxis, die Digitalisierung und das Programm. Die Kapitel werden regelmäßig mit einer Checkliste oder einem Fazit abgeschlossen. Kapitel 1 endet mit einer 13-seitigen Checkliste für das Fachkonzept eines Mentoring-Programms, mit der dieses Kapitel gut ein Viertel des Buchs einnimmt.

Weitere Kapitel gehen auf das Potenzial der Digitalisierung ein sowie auf das, was bei der Einführung einer digitalen Plattform („think big, start small“) zu beachten ist. Dabei wird dem heiklen Thema Datenschutz ein eigenes Kapitel gewidmet.

Zwei engagierte Kapitel widmen sich der Zukunft des (virtuellen) Coachings, eines dem Programm der Ludwig-Maximilians-Universität München und ein weiteres einem Schüler-Mentoring-Programm.

Lesende finden, was sie brauchen: praxisnahe Anwendungstipps ebenso wie den Ausblick in eine wohl recht nahe digitale Zukunft; beispielhafte Kategorisierungen, die Mentoren und Coaches dienen sollen; horizonterweiternde Anregungen zur Psychodynamik und eine anschauliche Darstellung der wichtigsten Aspekte des Mentoring-Programms einer Hochschule. Die Checklisten sollten besser als Prüfwerkzeug und Erinnerung verstanden werden, denn als Anleitung.

Das Fazit zu Kapitel 6 „Tools & Gestaltungsmethoden für wertvolles Mentoring und Coaching im virtuellen Umfeld“ spricht für das gesamte Buch: 

„Wertvolles, zielführendes und persönliches Mentoring und Coaching im virtuellen Raum ist möglich. Auch wenn die neuen Technologien wichtige Bestandteile einer Face-to-Face Situation niemals komplett ersetzen können, so lässt sich doch mit entsprechendem technischen Know-how und Equipment sowie sinnvollen inhaltlichen Methoden […] ein nahes und kraftvolles Miteinander im Prozess gestalten.“ (Lothar Wüst, S. 127)


Björn Rohde-Liebenau

Ombudsmann, Mediator und Coach
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