Coaching mit Magie

Rezension von Björn Rohde-Liebenau

Klaus-Peter Pfeiffer führt seine Leser in "Coaching mit Magie" auf eine Reise, die über die Zauberei neue Welten beziehungsweise neue Blickwinkel und Zugänge zum Coaching eröffnet.

Der Begriff "vielleicht" mag für viele nicht wie ein Zauberwort klingen, sondern eher für unklare, unentschiedene Bewegungslosigkeit stehen. Mit Pfeiffer entdeckt der Leser auf dem Weg in eine Trance "viel" und "leicht" darin. Gemeint sind Wünsche und Träume, die man sich zugestehen könnte, die aber zugunsten von Klarheit und Entscheidungsfestigkeit häufig über Bord geworfen werden. Pfeiffers Vorschläge mögen "vielleicht" für einige wie alternative Heilmethoden wirken; die Coaching-Praxis kann aber durchaus von ihnen profitieren.

Zauberer sprechen menschliche Grundbedürfnisse an, erstaunlicherweise solche nach einer anderen, besseren Realität: nach Schwerelosigkeit, Unverletzbarkeit, Heilung, nach der Aufhebung des Unterschieds zwischen (Da-)Sein und Nichtsein und andere übersinnliche Fähigkeiten. Gute Zauberer kennen ihre Grenzen und wollen dennoch ein Stück einer anderen Realität zeigen. Sie sind keine Hochstapler oder Trickser, sondern vielmehr Romantiker, bestenfalls Ermutiger. Sie wecken die Aufmerksamkeit der Zuschauer – und lassen sie in die "falsche" Richtung schauen, denn sie wissen: die Zauberei ist noch nicht die Lösung. Aber wieso sollte es nicht auf andere Weise gehen? Pfeiffers Geschichten und Metaphern laden den Leser dazu ein, sich auf diesen Perspektivwechsel einzulassen.

Der promovierte Autor ist selbst Coach und Zauberkünstler. Mit seinem Buch führt er den Leser zunächst in die Lebenswelt eines Zauberers ein und ermutigt jeden, es auch einmal zu versuchen – oder zumindest Sympathie und Respekt für Zauberkünstler zu entwickeln. Kleine Tricks werden – im Ansatz – erklärt. Auf die Möglichkeit, sie für die eigene Praxis zu erlernen und zu nutzen, verweist Pfeiffer den Leser.

Die Zauberei ist eine Kunst, deren Ausführung – wie so häufig der Fall – nur auf den ersten Blick leicht erscheint. Pfeiffer gibt Mut und zeigt, wie elegantes Scheitern zum transformativen Bestandteil des Coachings werden kann und dass auch kleine Schritte und Vorkehrungen (wie etwa die Vorbereitung des Raums) zum Erfolg beitragen können. Durch das Versuchen, Staunen und Scheitern entsteht eine neue Welt, in der der Klient selbst Verantwortung übernimmt. Das Buch enthält viele Anregungen für die Praxis. Es stößt "vielleicht" manchen Leser an seine Grenzen, wenn es auf die NLP verweist – oder aber öffnet neue Wege in eine vertiefte Meisterschaft des NLP jenseits der Technik. Ob die tranceartigen Angebote auf der mitgelieferten CD "helfen", ist nicht entscheidend: Sie führen über das Buch hinaus und lassen sich in der Coaching-Praxis mit eigenen Beispielen ergänzen und ersetzen.

Fazit: Ein lohnender Perspektivwechsel für alle Coaches. Hier wird Steve de Shazers "Words were originally magic" sehr konkret umgesetzt. Unsere Worte sind Zauber und sie können noch wirksamer werden. Als Kunst kann Zauberei die Worte ergänzen und für neue Wahrnehmbarkeit sorgen. Das Buch lädt erfolgreich dazu ein, ein Coach wie ein Zauberer zu werden sowie den Zauber im Coaching zu entdecken.



Björn Rohde-Liebenau

Ombudsmann, Mediator und Coach
RCC@risk-communication.de

Cover Coaching mit Magie

  • von Klaus-Peter Pfeiffer (22.01.2016)
  • Junfermann Verlag
  • ISBN: 3873879212, 208 Seiten
  • Amazon.de Preis: 25,00 €
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