Coaching-Kompetenz: Persönlichkeit und Führungspsychologie. München: Reinhardt.

Rezension von Dr. Christopher Rauen

Vor dem Hintergrund seines explizit individualpsychologisch geprägten Menschen- und Gesellschaftbildes setzt sich Bayer mit dem Thema "Coaching" auseinander. Ein Großteil seiner Ausführungen ist daher auch von zentralen Theorien und Annahmen Alfred Adlers geprägt. Mit ihrer Hilfe deutet Bayer sowohl die Ursachen gesellschaftlicher wie auch individueller Probleme und verweist auf die Möglichkeiten bzw. die Notwendigkeit des von ihm vertretenen Coaching-Konzeptes.
Durch die individualpsychologische Prägung sind Bayers Vorstellungen vom Coaching teilweise außergewöhnlich: Ursache aller gängigen Probleme ist für ihn immer Angst, deren Ursache er mit Hilfe der Individualpsychologie zu klären versucht. Um die nötigen Änderungen der vorhandenen Probleme herbeiführen und bewältigen zu können, bedarf es der sogenannten "Coaching-Kompetenz", die durch die professionelle soziale Kompetenz im Umgang mit anderen charakterisiert wird.
Ziel des Coachings ist es, ein angstlösendes Klima zu schaffen. Da dieser komplexe Vorgang nicht schematisch beschreibbar ist, verzichtet Bayer auf nähere Ausführungen bzgl. Definitionen, Ablauf und Umsetzung. Gezielte Angaben zu formalen Charakteristika des Coaching-Prozesses, wie z.B. Kosten, Ort, Häufigkeiten usw., finden sich nicht. Dies ist Schade, da die von Bayer genannte Coaching-Qualifikation laut eigener Aussage kompliziert und langwierig ist; genauere Angaben wären daher wünschenswert.
Fazit: Mit dem Werk wird ein Ansatz vorgestellt, der sich aufgrund seines individualpsychologischen Hintergrundes stark von anderen Coaching-Ansätzen abhebt und seine Stärken hauptsächlich in der individualpsychologischen Ursachenklärung persönlicher und organisatorischer Probleme hat.




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