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Interview mit Sir John Whitmore (Ausgabe 3/2009)
DAS COACHING-INTERVIEW
Er war Rennfahrer und Gewinner von Le Mans, entstammt einer der ältesten Adelsfamilien Englands, ist Unternehmer, Coach und hält weltweit Vorträge – Sir John Whitmore ist der Coaching-Nestor.
Durch sein Buch „Coaching for Performance“ initiierte und inspirierte er das, was sich seit den 80er Jahren zur Coaching-Branche entwickelte.
Durch sein Buch „Coaching for Performance“ initiierte und inspirierte er das, was sich seit den 80er Jahren zur Coaching-Branche entwickelte. Sein GROW-Modell (Goals, Reality, Options, Will) gab vielen dabei Orientierung. Sir John Whitmore ist Chairman des Londoner Coaching- und Beratungsunternehmens
Performance Consultants International – und Humanist durch und durch.
Thomas Webers: Sir John, bevor Sie Coach wurden, waren Sie Rennfahrer. Wie fügt sich denn so etwas zusammen?
Sir John Whitmore: Ich hatte einfach Glück. Schon kurz nachdem ich die Schule verlassen hatte, wurde ich ein professioneller Rennfahrer. Und es lief acht Jahre lang auch sehr gut. Ich war einfach immer schon an Leistungssport interessiert. Als ich dann mit den Autorennen aufhörte, war ich noch recht jung. Mein Vater war gestorben, und ich übernahm sein Geschäft: eine große Farm. Hinzu kam ein Ford-Autohaus. Und auch noch ein Unternehmen für Design. Und ich hatte all das, was man meint, haben zu müssen, um glücklich zu sein: ein eigenes Haus, ein Flugzeug, eine Insel in der Karibik und so weiter. Doch innerlich kamen Fragen auf: Wirst Du glücklicher werden, wenn Du ein noch größeres Auto fährst oder ein noch größeres Flugzeug besitzt? Das war der Zeitpunkt, an dem ich begonnen habe, mich für Psychologie zu interessieren. Ich wollte verstehen, was mich im Inneren beschäftigt. Deshalb ging ich dann nach Kalifornien, wo zu der Zeit alle wichtigen psychologischen Denker lebten, wie zum Beispiel Carl Rogers oder Abraham
Maslow.
Haben Sie sich damals schon mit „The Inner Game“ beschäftigt?
Nein, das existierte noch gar nicht. Natürlich musste ich mich auch als Rennfahrer schon mit meinen mentalen Prozessen beschäftigen, aber das habe ich eben noch nicht so professionell getan wie später. Tim Gallway hat „The Inner Game” entwickelt. Wir kannten uns und es hat sich zwischen uns eine sehr produktive Freundschaft entwickelt. Tim hat an der Entwicklung von Coaching einen maßgeblichen, nicht zu unterschätzenden Anteil. In Kalifornien lernte ich sehr viel Psychologie, ich hätte damals Psychotherapeut werden können. Aber in der Rolle habe ich mich nicht gesehen. Mich interessierte stattdessen, wie ich dieses Wissen im Sport anwenden könnte. Und so habe ich nach meiner Rückkehr nach England eine Tennis- und eine Ski-Schule eröffnet. Und dann geschah es, dass Geschäftsleute, die in meine Schulen kamen, mich fragten, ob ich nicht auch in deren Unternehmen tätig werden könnte.
Fanden die Leute Ihre Methoden, beispielsweise Tennis zu lernen, nicht etwas seltsam? Ich erinnere mich da an einen Film, in dem Sie eine Anfängerin mit dem Golfspielen vertraut machten und lediglich Fragen einsetzen, statt klassisch zu instruieren.
Unsere Schüler hatten damit kein Problem, sie waren begeistert. Es gibt einen klaren Unterschied zwischen Instruktion und Coaching. In dem Film, den Sie ansprechen, sieht man das ja auch sehr schön. Probleme hatten wir mit den anderen Schulen. Die hielten uns für verrückt und unlauter. Und doch kam es auch gelegentlich zum Austausch. Schließlich konnte man die Augen nicht davor verschließen, dass mein Sohn ein exzellenter Tennisspieler wurde, und dass, obwohl ich, der ja gar kein Tennis spielte, ihn coachte.
Wie war das denn im Business-Kontext?
Da war das viel einfacher, denn dort gab es keine eingeschliffene Tradition. Coaching war völlig neu. Und die Unternehmen waren viel offener dafür als die Sporteinrichtungen. Jetzt, fünfundzwanzig Jahre später, beginnt sich nun übrigens auch das Sport-Coaching langsam zu verändern.
Was waren das denn für Unternehmen, mit denen Sie zuerst gearbeitet haben?
Das allererste Unternehmen, mit dem ich gearbeitet habe, war IBM. Dann kamen McKinsey, ein international operierender Schuhhersteller und die Bank Barclays hinzu – also einige durchaus große Unternehmen.
Lesen Sie das ganze Interview in der Ausgabe 3/2009 des Coaching-Magazins.
Inhalte der Ausgabe 3/2009 des Coaching-Magazins (Auszug):
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Thomas Webers im Coaching-Interview mit Sir John Whitmore
Konzeption: Empowerment im Coaching. Verstärkung
der Selbststeuerung des Klienten (Dr. Konrad Elsässer)
Praxis: Transition-Coaching – schnelle Wirksamkeit garantiert. Das Coaching-Konzept des Global Logistics Centers der Daimler AG (Elmar Rinck und Thorsten Braun)
Praxis: Nachfolge im Familienunternehmen (Marion Rosskogler und Josef
Leenen)
Spotlight: Der Coaching-Markt. Die Studie der Philipps-Universität Marburg
(Peter-Paul Gross)
Coaching-Tool: Karrieremuster erkennen (Jason Kay)
Wissenschaft: Auswahlprozesse für externe Coachs (Romina Henle)
Philosophie: Coaching Complexity (Prof. Dr. Dirk Baecker)
Pro und Kontra: Persönlichkeitstests im Coaching (Prof. Dr. Julius Kuhl und
Dr. Walter Schwertl)
uvm.
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